Der Fernhändler Hans Humpis

um 1430 – 1512

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Bohlenstube
Handelszeichen der Humpis
Ratssitzung

Ab 1479 war Hans Humpis mehrfach Bürgermeister der Reichsstadt Ravensburg und ab 1496 Regierer der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft. In seiner repräsentativen Wohnetage im ersten Obergeschoß des Gebäudes Marktstraße 45 pflegte der Hausherr einen aufwendigen, adelsähnlichen Lebensstil. Hans Humpis ist seit 1473 als Hausherr nachgewiesen. Er ist zugleich der letzte Bewohner mit Namen Humpis im Quartier.

Wer sich wohl anlässt, den gebraucht man zu Großem, wer das aber nicht, den läßt man einen Esel sein
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Bemerkenswertem
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Alltag eines Patriziers

In der "guten" Stube im ersten Obergeschoss des Gebäudes Marktstraße 45 spielte sich das alltägliche Familienleben der Humpis ab. Sie bildete den Mittelpunkt des Hauses und ist weitgehend original von 1435 erhalten geblieben. Sie wurde besonders repräsentativ und behaglich ganz in Holz ausgestattet mit Dielenboden, Wandtäfer und einer gewölbten Bretterbalken-Decke. Die Decke ist mit Pfeilherzen und Mittelrosetten mit typischen Maßwerkschnitzereien der Kathedralgotik besonders fein gestaltet worden. Decke und Wandtäfer sind mit einer noblen schwarzen Oberfläche aus Pflanzenschwarz und Ocker überzogen worden. Die Stube war der einzige Raum im Haus, der mit einem Kachelofen beheizt werden konnte. Die beiden angrenzenden Schlafkammern auf der Wohnetage und die Kammern im Gebäude zum Hof in der Rossbachstrasse blieben kalt.
Der repräsentative Erker betonte die zentrale Bedeutung des Raumes für das Haus und stand nach außen für das Standesbewusstsein der Familie Humpis in der Stadt. Durch das Familien-Wappen an der Außenseite des Erkers war das Wohnquartier für jedermann als das der Humpis erkennbar.

Die Große Ravensburger Handelsgesellschaft

Die Große Ravensburger Handelsgesellschaft gehörte über annähernd 150 Jahre von etwa 1380 bis zu ihrer Auflösung 1530 zu den erfolgreichsten europäischen Großhandelsunternehmen des Spätmittelalters. Sie war auf den wichtigsten europäischen und mediterranen Märkten präsent. Sie verfügte über ein Netz von zeitweise 13 Niederlassungen (Geliegern) und mehreren Agenturen in West-, Süd- und Mitteleuropa, über die die Waren eingekauft und verkauft wurden.
Haupthandelsprodukt war anfänglich die oberschwäbische Leinwand aus Flachsgarn sowie Barchent, ein Mischgewebe aus Leinwand und Baumwolle. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts handelte die Gesellschaft mit allen hochwertigen Gebrauchs- und Luxusgütern aus dem Orient und ganz Europa, die jeweils Konjunktur hatten.
Sitz der Gesellschaft war Ravensburg; die Verwaltungszentrale befand sich in der Marktstraße 61. Die Gesellschaft wurde von der Familie Humpis geführt, die jeweils den Ersten Regierer, den Geschäftsführer, stellte. In dieser Tradition stand Hans Humpis der Gesellschaft von 1496 bis 1512 als Regierer vor.

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Jedes Detail erzählt
eine Geschichte

Bürgermeister und Rat der Reichsstadt

Das 15. Jahrhundert bedeutete für die Reichsstadt Ravensburg eine Blütezeit. Mit ihren rund 5.000 Einwohnern war sie ein weitgehend autonomer Miniaturstaat. Die Große Ravensburger Handelsgesellschaft brachte Reichtum in die Stadt. Die einflussreichen, im Fernhandel tätigen Patrizierfamilien wie die Humpis hatten das Sagen.
Bürgermeister und Rat bildeten die Regierung der Reichsstadt. Sie waren für Gesetzgebung, Rechtsprechung, Innen- und Außenpolitik sowie für die wirtschaftlichen und sozialen Belange der Stadt zuständig. Der Rat bestand aus 21 Mitgliedern: dem Bürgermeister als Stadtoberhaupt und dem Ammann als Vorsitzendem des Stadtgerichts sowie elf Räten, die den einflussreichen, Wappen führenden Patrizierfamilien der Stadt entstammten. Die übrigen acht Ratsherren waren Zunftmeister, also die Vorsteher der acht Zünfte der Stadt. Die Zunftmeister hatten sich durch die ab ca. 1348 gültige Zunftverfassung einen festen Sitz im Rat gesichert. Ort der Entscheidungen des Rats war der Sitzungssaal im Rathaus. Hans Humpis war insgesamt sechs Mal für ein Jahr Bürgermeister.

Sie dürfen gespannt bleiben!

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Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag11 - 18 Uhr
Donnerstag11 - 20 Uhr
Wegen Überarbeitung und Wartung der Ausstellungstechnik bleibt das Museum
von 11.12. - 14.12 geschlossen
Karfreitag, 24., 25. und 31. Dezember bleibt das Museum geschlossen.

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Eintritt

Erwachsene5 € 
Ermäßigt3 €
Kinder bis 18 Jahrefrei 
Gruppen ab 10 Personen
4 € 

Im Eintritt enthalten sind auch die Sonderausstellungen

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