28.02.2020

Jahresprogramm 2020

Ausstellungen und Veranstaltungen

Nach einem halben Jahr im Amt präsentiert die Museumsleiterin Sabine Mücke gemeinsam mit ihrem Team das erste eigene Programm für 2020. Zusätzlich zu zwei spannenden Ausstellungen, in denen die Sammlung des Museums und die Zeit des Nationalsozialismus in Ravensburg thematisiert werden, sind zahlreiche Veranstaltungen und Vermittlungsangebote für Kinder und Jugendliche geplant.
Um mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen, werden nicht nur kürzere Mittagspausen-Führungen mit ins Programm aufgenommen. Der glasüberdachte Innenhof inmitten des spätmittelalterlichen Quartiers präsentiert sich im Sommer bei jedem Wetter als Ort für Kultur und Geschichte, der auch zum Verweilen und Entspannen, sowie durch eine Bewirtung der Humpis Gaststätte, zum Kaffeetrinken einlädt.
In diesem Sinne lädt die Museumsleitung herzlich ein, das Museum Humpis-Quartier regelmäßig zu besuchen und ein waches Auge auf die neuesten Entwicklungen, Ideen und Angebote zu haben.

"Ich hätte es gerne, dass aus sporadischen Besucherinnen und Besuchern regelmäßige Nutzerinnen und Nutzer werden (Am besten mit der Jahreskarte!). Mal auf eine Kurzführung und einen Kaffee in der Mittagspause, mal auf einen Ausstellungsbesuch mit Freunden oder zu einer Abendveranstaltung vorbeikommen. Das Museum als anregenden und entspannten Alltagsort entdecken, an dem Aneignung von Geschichte, Gestaltung von Gegenwart und Möglichkeiten von Zukunft zusammen gedacht und besprochen werden können."

Ausstellungen
Das Wechselausstellungsprogramm wird in diesem – und im kommenden – Jahr Schwerpunkte auf die neuere und neueste Stadtgeschichte sowie auf das Themenfeld "Materielle Kultur – Erbe – Verantwortung" setzen.
Das Museum Humpis-Quartier greift damit ein derzeit in der Museumslandschaft und im gesellschaftlichen Diskurs aktuelles Thema auf und beschäftigt sich mit der Geschichte und Herkunft der eigenen Sammlung und damit auch mit der Geschichte der eigenen Institution.


Die Ausstellung "Das Leben der Dinge – Eine Ausstellung über das Sammeln" widmet sich ganz den Objekten, die sonst größtenteils im Depot des Museums verborgen sind.
In der Sammlung des Museum Humpis-Quartier befinden sich rund 10.000 Einzelobjekte, Objektgruppen und Konvolute. Die Bandbreite reicht von Kunstwerken, Einrichtungsgegenständen, Werkzeugen, Alltagsgegenständen und Andachtsbildchen über Gebäckmodel und Ofenkacheln bis hin zum Zündholzschachtelhalter.
Verschiedene Inszenierungen wirken in der Ausstellung auf die Besucherinnen und Besucher. Sie flanieren beispielsweise durch ein Schaudepot und erhalten Einblicke in die Geschichte des Museums und der Sammlung, die ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Sie erfahren, welche Tätigkeiten und Aufgaben ein Museum beim Sammeln und Bewahren der Dinge zu erfüllen hat.

Zum ersten Mal überhaupt widmet sich das Museum Humpis-Quartier im Herbst 2020 in der Ausstellung "Verfolgung und Ausgrenzung – Die Ravensburger Sinti im Nationalsozialismus" der Zeit des Nationalsozialismus und stellt damit die Frage nach dem Umgang mit einem schwierigen historischen Erbe der Stadt.
Im Fokus steht dabei explizit die Geschichte und das Schicksal der Ravensburger Sinti. Die Ausstellung setzt diesen Schwerpunkt bewusst, denn die museale Aufbereitung dieses Themas für ein breites Publikum ist nicht nur längst überfällig, sondern zuletzt auch durch die neuen Forschungsergebnisse von Dr. Esther Sattig notwendig geworden. Im sogenannten Zigeunerlager Ummenwinkel wurden etwa 100 Sinti zwangsinterniert. Mindestens 35 von ihnen wurden am 13. März 1943 über Stuttgart nach Auschwitz-Birkenau deportiert.

Zu jeder Ausstellung wird vorab eine Einführung für alle interessierten Lehrkräfte der Region angeboten, bei der nach einem Gang durch die Ausstellung das Begleitprogramm sowie die Vermittlungsangebote und Arbeitsmaterialien für Gruppen und Schulklassen vorgestellt werden.

Vermittlungsangebote und Workshops
Gestärkt wird das Angebot für Kinder und Schulklassen durch jeweils passend zu den Ausstellungen neu konzipierte Workshops.
Bereits anlässlich der Ausstellung "inszeniert!" wurde im Herbst 2019 ein neues Format für Kinder und Schulklassen eingeführt, das 2020 fortgesetzt wird: In Kombination mit einer Führung durch die Ausstellung wird ein Workshop angeboten, in dem praktisch und kreativ Themen der Ausstellung bearbeitet werden.
Das Workshop-Programm startet bereits Mitte März mit dem "Digitallabor Museum". Passend zum Thema der kommenden Ausstellung "Das Leben der Dinge" beschäftigen sich die Teilnehmenden mit originalen historischen Objekten aus der musealen Sammlung. Dies können Kuriositäten, alte Werkzeuge und Alltagsgegenstände sein, die heute nicht mehr bekannt oder gebräuchlich sind, bis hin zu Werken der Kleinplastik. An sechs aufeinander folgenden Terminen werden die Objekte zunächst beschrieben, erforscht und hinterfragt. Anschließend geht es darum, die Objekte und die erarbeiteten Informationen digital aufzubereiten und zu vermitteln.
Ziel des Projekts ist es, Kindern grundlegende Tätigkeiten der Museumsarbeit näher zu bringen und sie bei der Entstehung einer Ausstellung aktiv teilhaben zu lassen. Das Digitallabor findet in Kooperation mit dem Kapuziner Kreativzentrum statt und wird von dem Medienpädagogen Nikita Anders geleitet.

Führungen und Veranstaltungen
Im Frühjahr 2020 startete der neue bauhistorische Rundgang "Werkstatt. Wohnturm. Museum.", der sich mit den baulichen Maßnahmen und umfangreichen Veränderungen befasst, die aus der einfachen Werkstatt eines Lederhandwerkers das prächtige Anwesen der Großhandelsfamilie Humpis werden ließen und die urige Pension Hindelang in das heutige Museum verwandelten.
Zudem werden von Mai bis Oktober an jedem ersten Dienstag im Monat zur Mittagszeit halbstündige Lunchtime-Führungen durch verschiedene Ausstellungen angeboten.

Neue Termine
Zu Beginn des Jahres wurden die Zeiten der öffentlichen Führungen geändert und erweitert. Zusätzlich zu den öffentlichen Führungen in der jeweiligen Wechselausstellung werden weiterhin Führungen durch die Dauerausstellung "Ravensburger Lebenswelten", durch das Kabinett zu den "Schwabenkindern" sowie eine Familienführung angeboten. Die öffentlichen Führungen finden jeweils donnerstags um 18 Uhr, samstags um 14 Uhr und sonntags um 15 Uhr statt.

Internationaler Museumstag
Unter dem Motto "Das Museum für alle – Museen für Vielfalt und Inklusion" findet am 17. Mai der Internationale Museumstag statt. Diesen Tag nimmt das Museum zum Anlass, um die eigenen Ausstellungen auf Barrieren zu überprüfen, die Menschen mit Sehbehinderungen bei einem Museumsbesuch erwarten. Besucherinnen und Besucher ohne Sehbehinderung können an diesem Tag mithilfe von Simulationsbrillen erfahren, welche Komplikationen ein Museumsbesuch mit sich bringen kann. Auf einer Podiumsdiskussion wird besprochen, wie Schwellen in Ausstellungen und historischen Gebäuden abgebaut werden können, um allen Menschen einen Zugang zu ihnen zu ermöglich.

Lange Nacht im Museumsviertel
Bereits zum achten Mal heißen die vier Museen des Museumsviertels am 14. August die Ravensburger Nachtschwärmer willkommen. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsmuseum, dem Museum Ravensburger und dem Kunstmuseum Ravensburg bietet das Museum Humpis-Quartier ein buntes Programm mit Musik, Direktorenführungen und zahlreichen Aktionen.

Humpis Montagsforum
Das Humpis Montagsforum startet 2020 bereits in sein drittes Jahr und bietet im fünftem Semester acht Vorträge zum Thema "China – Unbekannte Welt(macht)" an. Den Auftakt macht am 11. Mai der Journalist und China-Kenner Kai Strittmatter, der über "Die Neuerfindung der Diktatur — Wie China den digitalen Überwachungsstaat aufbaut und uns damit herausfordert" sprechen und mit den Abonnenten des Montagsforums diskutieren wird. Die weiteren Vorträge des Frühjahrssemesters werden sich u.a. mit der Rolle der chinesischen Frauen in Staat, Gesellschaft und Familie, mit der sogenannten "Neuen Seidenstraße" aber auch mit aktuellen demokratischen Bestrebungen befassen.
Im Herbst 2020 beschäftigt sich das Humpis Montagsforum mit dem vielfältigen Thema "Erbe". Dabei werden so unterschiedliche Aspekte wie kulturelles Erbe, Erbgut, geerbte Sammlungen und auch schwieriges Erbe, wie die Erinnerungskultur, aufgegriffen.


Jahresprogramm Museum Humpis-Quartier 2020

Wechselausstellungen

"Das Leben der Dinge. Eine Ausstellung über das Sammeln" 
3. April bis 16. August 2020
Eröffnung: 2. April, 19 Uhr

"Verfolgung und Ausgrenzung. Die Ravensburger Sinti im Nationalsozialismus"
2. Okt 2020 bis 7. März 2021
Eröffnung: 1. Oktober, 19 Uhr


Veranstaltungen

Internationaler Museumstag
"Das Museum für alle – Museen für Vielfalt und Inklusion"
17. Mai 2020

Lange Nacht im Museumsviertel
14. August 2020, 19 bis 24 Uhr
Tag des offenen Denkmals
"Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken."
13. September 2020


Humpis Montagsforum

"China – Unbekannte Welt(macht)", 5. Semester
8 Vorträge, 11. Mai bis 13. Juli
"Erbe", 6. Semester
8 Vorträge, 21. September bis 23. November


Öffentliche Führungen

Donnerstags, 18 Uhr
Samstags, 14 Uhr
Sonntags, 15 Uhr


Eintrittspreise

Ausstellungzeitraum mit Wechselausstellung: 7 Euro, 5 Euro ermäßigt
Ausstellungszeitraum ohne Wechselausstellung: 5 Euro, 3 Euro ermäßigt
Jahreskarte: 18 Euro für 12 Monate

Sponsoren und Unterstützer:
Kreissparkasse Ravensburg, Museumsgesellschaft Ravensburg e.V.,
Stiftung Landesbank Baden-Württemberg

Pressebilder

Ausstellungsplakat - Das Leben der Dinge
© Museum Humpis-Quartier
Aufnahme:
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Glaskaraffe und Gläser
© Museum Humpis-Quartier
Aufnahme: Wynrich Zlomke
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Depoträume des Museums
© Museum Humpis-Quartier
Aufnahme: Wynrich Zlomke
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Marienplatz, 1933
© Stadtarchiv Ravensburg
Aufnahme:
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Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag11 - 18 Uhr
Donnerstag11 - 20 Uhr


30. März bis 2. April 2020 wegen Umbauarbeiten geschlossen.
Karfreitag, 24., 25. und 31. Dezember bleibt das Museum geschlossen.

Mehr Info

 

Eintritt

Erwachsene5 € 
Ermäßigt3 €
Kinder bis 18 Jahrefrei 
Gruppen ab 10 Personen
4 € 

Im Eintritt enthalten sind auch die Sonderausstellungen

Mehr Info

 

Museumsfilm