Mit den wundersamen Kammern stehen in den kleinen Gebäuden Humpisstraße 1 und 3 neun kabinettartige Räume zur Verfügung, in denen spannende Einzelaspekte der Ravensburger Geschichte auf künstlerische und emotionale Weise präsentiert bzw. inszeniert werden können.
Nachdem 1.050.000 Euro Fördermittel, Zuschüsse und Spenden aus der Ravensburger Bevölkerung eingegangen sind, sind die Räume denkmalgerecht saniert worden und die ersten Wunderkammern konnten im Spätherbst 2011 präsentiert werden. Das Museum Humpis-Quartier versteht sich als "wachsendes Museum", das immer wieder Anreize für einen erneuten Besuch schafft. Themen wie Hexenverfolgung sowie Flüchtlinge und Heimatvertriebene sind geplant.
Die Schwabenkinder

Dank großzügiger Förderung aus EU-Mitteln Interreg IV-Projekt setzen sich drei Wunderkammern mit dem Thema Schwabenkinder auseinander. Die Ravensburger Ausstellung beleuchtet das für die Stadt vom 17. bis ins 20. Jahrhundert zentrale Thema des Hütekindermarktes in der Bachstraße und die Arbeit von Kindern im 19. und 20. Jahrhundert. Die Schwabenkinder waren 8-14jährige Jungen und Mädchen, die alljährlich im Frühjahr aus den Alpenregionen nach Ravensburg kamen und auf dem zentralen Kindergesindemarkt in der Bachstraße als Hütekinder und Mägde an oberschwäbische Bauern vermittelt wurden. In drei "wundersamen Kammern" erfährt der Besucher vom beschwerlichen Weg der Kinder aus Vorarlberg, Graubünden und Tirol nach Ravensburg. Er erlebt die beklemmende Situation auf dem Schwabenkindermarkt des 19. Jahrhunderts und macht Bekanntschaft mit Ravensburger Kindheitserlebnissen. Mittels Hörspielen erhält der Besucher Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Kinder.
Hexenwahn in Ravensburg
In den 1480er Jahren war der Bodenseeraum eines der Zentren bei der Entstehung von Hexenwahn und Hexenverfolgung in Europa. Allein im Bistum Konstanz wurden in dieser Zeit mindestens 48 Frauen als Hexen verbrannt.
Ravensburg kam insofern eine entscheidende Bedeutung zu, als der päpstliche Inquisitor Heinrich Kramer (lat. Institoris) 1484 in der Reichsstadt Ravensburg persönlich Hexenprozesse durchgeführt hat. Seine Ravensburger Erfahrungen hat er mit anderen in den berühmt-berüchtigten Hexenhammer aufgenommen, dem von ihm verfassten Handbuch für Hexenjäger, das zu den „verhängnisvollsten Büchern der Weltliteratur“ gehört.
Die wundersame Kammer „Hexenwahn“ kann erst dann eröffnet werden, wenn ausreichend Spenden- und Fördergelder zur Verfügung stehen.
Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende. Danke!
Spendenkonto: Konto 48 000 206, BLZ 650 501 10 (KSK Ravensburg)
Stichwort: MHQ Hexenwahn
Ravensburger Textil erobert Europa
Die Produktion von Leinwand und Barchent sowie dem europaweiten Handel mit diesen Textilien verdankt Ravensburg seinen Wohlstand im Mittelalter. Im 19. Jahrhundert war Ravensburg einer der wichtigsten Standorte der Textilfabrikation im Königreich Württemberg. Die Ausstellung widmet sich der Erfolgsgeschichte des Ravensburger Exportschlagers.
Ermöglicht durch Fördermittel der Ladnerinnen der Museumsgesellschaft Ravensburg e.V.
Eröffnung im Frühjahr 2013
Das Geld der Ravensburger
Im Mittelalter war Ravensburg Prägeort einer eigenen Währung: dem Ravensburger Silberpfennig. Das Silbergeld war das maßgebliche Zahlungsmittel auf dem städtischen Markt und den Märkten der Region. Das „Münzkabinett“ präsentiert ausgewählte Stücke, beschäftigt sich mit dessen Herstellung und Bedeutung.
Ermöglicht durch Fördermittel der BW-Bank.
Eröffnung im Frühjahr 2013