Museum Humpis-Quartier

Inmitten der historischen Ravensburger Altstadt wurde im Juli 2009 das neue Museum Humpis-Quartier eröffnet.

Damit öffnete die Große Kreisstadt ein mittelalterliches Ensemble aus insgesamt sieben Gebäuden, in dem sie ihre etwa 1000-jährige Geschichte mit modernsten Mitteln und doch in authentischer Form darstellen kann. Für den Raum Bodensee-Oberschwaben entstand eines der großen kulturhistorischen Museen. Der zentrale, glasüberdachte Innenhof nebst rekonstruierten Laubengängen wird als Veranstaltungsraum und Tagescafé zu einem attraktiven neuen Treffpunkt für die Stadt.

Dass die Kosten von insgesamt 16,6 Millionen Euro für dieses außergewöhnliche Projekt überhaupt aufgebracht werden konnten, beweist seine besondere Förderungswürdigkeit. Während die Stadt Ravensburg die Hälfte des Etats selbst einbrachte, stammt die andere Hälfte aus Landesmitteln sowie Zuwendungen der Landesstiftung Baden-Württemberg und der deutschen und baden-württembergischen Denkmalstiftung. So ließ sich eines der besterhaltenen spätmittelalterlichen Wohnquartiere in Süddeutschland dauerhaft sichern.

Die Besucher werden in den 60 (!) Räumen des Ensembles auf vielfältige Weise an die Geschichte der alten Reichsstadt herangeführt. Damit die besondere Ausstrahlung und der zum Teil morbide Charme erhalten werden konnten, erfolgte lediglich eine Sicherung der vorhandenen Substanz, keine Rekonstruktion oder gar „geglättete“ Sanierung nach heutiger Ästhetik.

Vier exemplarisch ausgewählte Lebensgeschichten vermitteln in der Dauerausstellung „Ravensburger Lebenswelten“ auf ganz emotionale, persönliche und authentische Weise Einblicke in verschiedene Jahrhunderte. Den Originalschauplatz dafür bilden die Gebäude selbst - als Ort des Museums und wertvollstes Exponat zugleich.
Im Kellergewölbe begegnet man in den originalen Mauerfundamenten seines Hauses aus der Zeit um 1050 einem Lederhandwerker aus der welfischen Gründungsphase der Stadt.
Im ersten Geschoss taucht das Publikum ein in die Welt des erfolgreichen Fernhändlers und Bürgermeisters Hans Humpis, dessen Familie im 15. Jahrhundert das jetzige Museums-quartier in adelsähnlichen Verhältnissen bewohnte.

Weiter geht die Zeitreise zu einem Gerber als typischen Zunfthandwerker im gemischt-konfessionellen Ravensburg des 18. Jahrhunderts. Dessen Dachboden zum Trocknen der Tierhäute kann ebenso wie eine Gerbgrube besichtigt werden.
Für das Zeitalter der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts steht die Geschichte des ehemaligen Humpiswirts und Bierbrauers Gottfried Rösch, sozusagen dem Gründer der legendären Humpisstuben, einer attraktiven Stadtwirtschaft, die sich inmitten des Quartiers befindet.

Neben der Dauerausstellung, die bei freiem Eintritt zu besichtigen ist, bietet das „Museum Humpis-Quartier“ zudem jährlich drei Sonderausstellungen.

Für eine multimediale Auseinandersetzung mit der jüngeren Ravensburger Entwicklung seit 1871 steht außerdem das „Geschichtslabor“ bereit, eine stadtgeschichtliche Mediathek für alle. Hierher werden gerade auch junge Menschen eingeladen Geschichte zu erforschen. Neben dem abrufbaren Film- und Tonarchiv können die Besucher an vier Medienstationen selbst aktiv werden.

Da sich das „Humpis-Quartier“ als "wachsendes Museum" versteht, können zu seiner Eröffnung allerdings noch nicht alle Schauräume gefüllt sein. Neun sogenannte „wundersame Kammern“ erhalten erst nach und nach mit Themen zur Regionalgeschichte, wie den Schwabenkindern, ihr Gesicht. So soll das „Museum Humpis-Quartier“ immer wieder Anreize für einen erneuten Besuch schaffen.

Ein vielfältiges Führungsangebot für Einzelgäste sowie Gruppen, museumspädagogische Angebote, ein Audioguidesystem sowie der Museumsshop schaffen weitere Möglichkeiten für einen anregenden Aufenthalt in diesem neuen Ravensburger Kulturzentrum.


Das Museum in Zahlen
Charakter:
Kulturhistorisches Museum der Stadt Ravensburg mit rd. 1.800 qm Ausstellungsfläche

Angebot:
  • Dauerausstellung "Ravensburger Lebenswelten"
  • Geschichtslabor mit mulitmedialen Informationsmöglichkeiten
  • Wechselausstellungsbereich mit 3 Sonderausstellungen jährlich
  • Wundersame Kammern (z.B. Thema Schwabenkinder), Eröffnung 2011
  • Museums-Shop
  • Gaststätte HUMPIS im Quartier
  • Überdachter Innenhof für Kultur-Veranstaltungen
  • Führungen, Audioguide, Museumspädagogik
  • Haus der Museumspädagogik (Museumsgesellschaft Ravensburg e.V.)

Bestand:
7 Gebäude, die sich um einen Innenhof gruppieren, davon 6 Gebäude hochwertige Kulturdenkmale aus der Zeit zwischen 1290-1508; Neubau für Sonderausstellungen

Investitionsvolumen:
rd. 16,6 Mio Euro (je zur Hälfte Stadt Ravensburg, 8 Förderer)

Großzügige Förderung durch:
Landesstiftung Baden-Württemberg
Mittel der Denkmalpflege und Stadtsanierung Land Baden-Württemberg
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
GlücksSpirale von Lotto
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Stiftung Ravensburger Verlag

Architekten, Museums- und Austellungsgestaltung:
Space4, Stuttgart

Bauleitung:
Jauss und Gaupp, Friedrichshafen
Zurück    Druckansicht    

Startseite      Kontakt      Presse      Impressum